Omaha-Strategien
Zum Thema Strategien beim Poker gibt es mehr Guides, als es Pokerspieler gibt. Viele schwören auf die eine, wenige auf eine andere Strategie. Keine Strategie kann allumfassend immer richtig sein, aber es gibt Strategien, mit denen man seinen eigenen Stack bei vernünftiger Spielweise drastisch erhöhen kann. Eine der wichtigsten Strategien beim Omahapoker ist die sogenannte Short-Stack-Strategie (SSS). Ausgezeichnet wird diese Strategie dadurch, dass man mit sehr viel weniger Chips an einen Spieltisch geht als die meisten anderen. Bei dieser Strategie handelt es sich um eine äußerst einfache, aber sehr effiziente Strategie, die speziell Anfängern sehr zu empfehlen ist. Der grundsätzliche Gedanke bei dieser Strategie ist es, sich als Spieler mit einem möglichst niedrigen Stack in ein No Limit-Spiel einzukaufen. Die Vorgehensweise ist dabei immer gleich: Man kauft sich also für das Mindest-Buy-in an den Tisch ein und versucht, möglichst schnell mit möglichst guten Hole-Cards All-in zu gehen.
Die Strategie für Anfänger
Es gibt einige gute Gründe, warum die Short-Stack-Strategie vor allem Anfängern beim Omahapoker zu empfehlen ist. Der erste Vorteil liegt darin, dass diese Strategie sehr leicht erlernbar ist und dementsprechend schnell und effizient angewendet werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich gerade als Anfänger nicht mit unzähligen Büchern und sonstiger Fachliteratur herumplagen muss, um damit erfolgreich zu sein. Auch das geringe Verlustrisiko ist ideal geeignet, um als Anfänger mit einem möglichst geringen finanziellen Risiko einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen.
Die Nachteile dieser Strategie
Die Short-Stack-Strategie kann in manchen Situationen auch nachteilig sein, deshalb sollte man diese Nachteile kennen, um sie ausmerzen zu können. Ein Punkt ist die Meinung, dass ein Anfänger mit dieser Strategie zwar sicherer, aber dafür nicht richtig Poker spielt. Bei der Short-Stack-Strategie versucht man, möglichst schnell All-in zu gehen, wenn die eigene Pokerhand dies zulässt. Da man aber nur den Mindestbetrag setzt, ist die Gewinnerwartung nicht so hoch, wie wenn man Deep Stack spielt. Abgesehen davon kann und wird das Short Stack spielen mit der Zeit langweilig werden und den Reiz somit verlieren.
Es ist mit der Short-Stack-Strategie auch nicht möglich, langfristig große Geldsummen zu gewinnen. Als Short Stack würde man bei einer einfachen Verdoppelung seines Gewinnes bereits Deep Stack spielen und müsste in diesem Fall direkt den Spieltisch verlassen, um sich einen neuen zu suchen, damit die Strategie wieder angewendet werden kann.
Grundsätzlich hat natürlich jeder Pokerspieler die Wahl, je nach eigenem Belieben die Tische zu wechseln und die verschiedensten Pokerstrategien zu spielen. Die Short-Stack-Strategie ist eine absolut gute Möglichkeit, gerade Anfängern einen guten Start zu ermöglichen, da diese Strategie äußerst leicht erlern- und umsetzbar ist. Jeder Spieler, der sich selbst als Anfänger klassifiziert, sollte sich auf jeden Fall die Frage stellen, ob er mit dieser Strategie beginnen möchte, um sich erst einmal die Grundlagen anzueignen und gleichzeitig den eigenen Stack dabei bereits leicht zu erhöhen. Die Vorteile sind klargestellt und bei dem geringen Verlustrisiko, welches sich aus dem Spielen mit der Short-Stack-Strategie ergibt, ist diese Strategie für Anfänger auf jeden Fall besonders gut geeignet.
Die Deep-Stack-Strategie
Neben der Short-Stack-Strategie ist die Deep-Stack-Strategie die zweite, sehr oft angewendete Strategie beim Omahapoker. Bei dieser Strategie geht es darum, das Spiel am Tisch zu dominieren. Auf Anfänger wirkt der große Chipstapel bereits abschreckend und verursacht ein übervorsichtiges Spiel. Neben dem psychologischen Effekt dieser Strategie hilft der große Chipstapel natürlich auch, den nötigen Handlungsspielraum einzuräumen. Es wird kaum einem Spieler möglich sein, einen anderen Spieler mit einem Big Stack aus dem Rennen zu raisen. Wichtig dabei ist, dass man bei dieser Strategie die Karten ein wenig anders spielt als bei der Short-Stack-Strategie.
Das hohe Paar
Bei den Hole-Cards hat ein hohes Paar einen höheren Wert, wenn man mit der Short-Stack-Strategie spielt. Selbstverständlich ist auch bei der Deep-Stack-Strategie ein hohes Paar immer noch ein hohes Paar, aber man sollte seine Spielweise etwas taktischer gestaltet. Während man als Short Stack mit einem Top Pair All-in gehen muss, sollte man dies bei der Strategie mit großem Chipstack eher vermeiden. Deep Stack bedeutet im Grunde, dass man deutlich taktischer spielen muss. Der Vorteil der vielen Chips am Tisch ist, dass man bei gewinnträchtigen Situationen nicht durch seinen kleinen Chipstack gebunden ist, sondern je nach Gegebenheit genau so viel einsetzen kann, wie es die Situation zulässt.
Bei der Deep-Stack-Strategie kommt es viel mehr darauf an, die Gegner und deren Spielweise zu beobachten. Während bei der SSS das Augenmerk auf ein hohes Pärchen in den Hole-Cards gelegt wird, mit dem man dann direkt All-in gehen soll, ist dies bei der DSS nicht geeignet, denn man würde viel zu viel riskieren und die richtige Ausbeute, die mit der DSS möglich ist, verschenken. Wenn man die DSS mit der SSS direkt vergleicht, ist der Hauptunterschied in der unterschiedlich hohen Aggression zu finden, mit der die jeweiligen Strategien gespielt werden sollen.



